Tonabnehmer | S-Modell

Die Einzelspulen-Tonabnehmer der ersten etwa 10 Produktionsjahre gelten als Maßstab für den „amtlichen“ Klang. Generell kann man sagen, dass die Tonabnehmer über die Jahre durch die allmähliche Erhöhung der Wicklungszahl etwas leistungsstärker und dadurch gleichzeitig mittenbetonter („runder“, „ausgeglichener“ im Klang) wurden.

Unterstellen wir einmal, dass die klangprägenden Zutaten weitgehend gleich blieben (isolierter Draht der Stärke 42 AWG, Magnetzylinder AlNiCo 5), so bewirkte die Erhöhung der Windungszahlen auf 8000 und mehr Windungen diesen Effekt. Die Tabelle listet die immer wieder diskutierten Werte auf:

Quelle: https://lawingmusicalproducts.com/dr-lawings-blog/electrical-parameters-and-pickup-performance-part-ii-inductance

Die derzeit als „originalgetreu“ für die Anfangsjahre angebotenen Tonabnehmer (’57/’62) haben dementsprechende Werte: 5,9 kOhm und 2,2 Henry. Sie klingen sehr brilliant mit kräftigem Bass (= die Mitten sind stark ausgedünnt).

Die Tonabnehmer „Pure Vintage ’65“ haben einen leicht höheren Widerstandswert (6,1 kOhm) sowie eine leicht höhere Induktivität (2,6 Henry). Als „warmen Vintage Sound“ beschreibt die Herstellerseite den Klang.

Hier eine Hilfe zur schätzumgsweisen Bestimung der Klangcharakteristik:

– Starke Induktivität; Seymour Duncan SSL-5, 6,2H =2,36kHz Resonanzfrequenz (angenommene Kapazität: 470pF (Gitarrenkabel)+140pF (Tonabnehmer))

– Mittlere Induktivität; Fender Texas Special bridge,  3,2H = 3,4kHz (Kapazität s. o.)

– Schwache Induktivität; Fender CS 69, 2,1H = 4,1kHz (Kapazität s.o.)

Ein (ansonsten als baugleich angenommener) Tonabnehmer mit einer Induktivität von 2,5H, was 400 mH mehr ist als  der CS ’69 mit der Resonanzfrequenz von 4,1kHz, aber 700mH weniger als der Texas Special mit der Resonanzfrequenz von 3,4kHz, sollte also seine Resonanzfrequenz knapp unterhalb von 4kHz haben.

Hier ist eine nach Induktivität aufsteigend sortierte Liste für S-Modell-Tonabnehmer zu finden.

Meine Wahl

Die von mir standardmäßig verwendeten Tonabnehmer liegen vom Klang und den Werten her im Bereich der klar und hell klingenden Versionen:

Vintage ’50: 6,0/6,0/6,4 kOhm; 1,9/1,9/2,2 H (Hals/Mitte/Steg)

Vintage ’60: 5,5/5,6/5,6 kOhm; 2,8/2,9/2,9 H (Hals/Mitte/Steg)